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Küchen-News

Alno-Pleite zieht weite Kreise

Die Küchenbranche befindet sich in einer radikalen Umbruchphase. Gleich fünf Pleiten hatte in diesem Jahr wohl niemand auf dem Zettel. Nieburg und Allmilmö werden wohl vom Markt verschwinden, Zeyko hat einen – wie ich finde seriösen – Investor gefunden, der das Unternehmen sicher voranbringen wird. Nolff ist mit einem MBO gut aufgestellt. Über die Zukunft von Alno werden indes die nächsten Wochen entscheiden. Ich bin ehrlich gespannt, ob das Hausmessezentrum in Enger tatsächlich noch aufgesperrt sein wird. Um Missverständnissen vorzubeugen, für die Mitarbeiter bei Alno, Wellmann und Pino würde es mich freuen. Natürlich auch für die Monteure, die auf ihren Kosten sitzen bleiben.

Für den nebenstehenden Bericht habe ich mit einigen wichtigen Alno-Händlern gesprochen oder aufgrund der Ferienzeit korrespondiert und glauben Sie mir, die Einschätzung des Handels ist mehr als ernüchternd. Viel zu oft habe ich gehört: „Das Thema Alno ist für den Handel erledigt“ „Die Handelspartner sind über die Grenzen der Belastbarkeit gegangen“ „Händler wurden um ihre Existenz und ihr Erspartes gebracht“ „Wenn wir uns auf der MOW sehen, stehen die Fabriken still“ „Da läuft nur noch die Nase“, waren die harmlosesten Formulierungen, die mir übermittelt oder man kann auch sagen an den Kopf geworfen wurden.

Die Enttäuschung über die Planinsolvenz, über das Versagen von Max Müller und Ipek Demirtas ist ebenso groß wie die Wut auf den Investor Hastor/Prevent, der Alno und seine Händler in diese unsichere Zukunft geschickt hat.

Die Planinsolvenz wird zu einer weiteren Verdichtung im Markt führen. Der Boxkampf zwischen Industrie und Handel wird eine neue Stufe erleben, denn die Konzentration nimmt sowohl in Industrie als auch im Handel weiter zu.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Unternehmen, die sich jetzt die Pfründe von Alno, Wellmann und Pino sichern, nicht auf die Preisgestaltung der Alno-Gruppe und vor allem von Wellmann herunterziehen lassen. Denn das  roblem der Alno-Gruppe waren nicht – ich wiederhole mich – zu hohe Entgelte der Belegschaft oder falsche Einkaufspreise in der Beschaffung. Das Problem ist, dass die Gruppe (schon seit Jahren) dem Markt Produkte zur Verfügung stellt, die nicht kostendeckend und schon gar nicht gewinnbringend produziert werden. Für mich bleibt jedenfalls zu hoffen, dass sich die Küchenmöbelindustrie nicht bemüßigt fühlt, die verfehlte Preispolitik an anderer Stelle weiterzuführen. Der verdichtete und nahezu transparente Markt verzeiht keine Fehler.

 In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine spannende, erfolgreiche und gewinnbringen­de Herbsthausmesse 2017. Lassen Sie sich inspirieren für das kommende Geschäftsjahr,

Ihre Stefanie Willach

Schreiben Sie mir Ihre Meinung: willach@interieur-verlag.de




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