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Küchen-News

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Am 23.10.2017 endete wohl das traurigste Kapitel deutscher Küchengeschichte. Der Insolvenzverwalter der Alno AG schickte 400 Mitarbeiter nach Hause, da er nicht mehr im Stande war, Löhne und Gehälter zu zahlen. Die Wellmann-Mitarbeiter wurden schon Anfang Oktober freigestellt.

Dies heißt selbstverständlich nicht, dass der Insolvenzverwalter nicht weiter auf der Suche nach einem Investor für Alno und auch Wellmann ist. Doch warum soll noch jemand bei Alno oder Wellmann investieren? Die Aussichten für Wellmann und Alno schwanden doch spätestens seit der Bekanntgabe, dass das Geld für die Weiterproduktion fehlt. Taktisch ungeschickt, hatte Prof. Hörmann dafür den Freitag vor den Hausmessen ausgewählt. Jetzt sind die wichtigsten Assets, die ein Küchenmöbelhersteller hat, die Stellplätze im Handel weg. Da reicht kein Fingerschnippen, um sie wiederzugewinnen.

Als Nobilia die Alno-Tochter Pino Küchen am 4. Oktober (vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes) übernahm, waren natürlich auch die Pino-Stellplätze weg, die Produktion ruhte schon einige Wochen. Doch jeder traut den Verlern zu, dass sie Pino schnellstmöglich wieder auf die Beine bringen. Das ist nicht nur der Marktdominanz von Nobilia geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass Insolvenzverwalter Hörmann das Tafelsilber von Alno an den einstmals größten

Wettbewerber verkauft hat. Ich schreibe bewusst nicht verscherbelt, denn aus dem Markt hört man, dass sich die Familie Stickling mit dem Beiratschef Dr. Scheipermeier an der Spitze diesen Deal hat einiges kosten lassen. Über die Höhe des Kaufpreises ist zwar Stillschweigen vereinbart worden, doch es gibt genug „gut informierte Kreise“ im Markt, die vermuten, dass Hörmann und die Gläubiger mit der Summe hoch zufrieden sein können.

Die Mitarbeiter in Pfullendorf und Enger profitieren davon leider nicht. Gerade die älteren Mitarbeiter sehen einer höchst ungewissen Zukunft entgegen. In den vergangen Wochen hätten schon 15 Prozent der Mitarbeiter in Pfullendorf gekündigt, dies spiegelt sich auch bei unseren Personalien ab Seite 62 wieder. Doch diejenigen, die noch nicht gekündigt haben, bleiben die nächsten 3 Monate auf der Lohnliste des Arbeitsamtes, haben keine Chance sich einen neuen Brötchengeber zu suchen, da Hörmann keine fristlose Kündigung annimmt. Für den Insolvenzverwalter ist einzig entscheidend, dass falls er noch einen Investor findet, dieser schnellstmöglich die ruhende Produktion wieder aufnehmen kann. Schlimm für die ohnehin schon gebeutelten Mitarbeiter, die bis zum letzten Tag auf eine positive Lösung gehofft haben,

findet Ihre Stefanie Willach

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