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Küchen-News

Klare Kante zeigen

Es ist schon unglaublich, mit welchen Tricks Kriminelle im Internet vorgehen. Da werden E-Mails mit Anhang verschickt und schon hat sich der Händler einen Virus eingefangen. Dieser Virus legt den Computer still und eben jene Kriminelle, die den Virus verschickt haben, bieten dann Hilfe gegen einen Obolus an. Unsere Redakteurin Angela Grond ließ sich von Carsten Vossel, einem IT-Dienstleister, über die miesen Tricks der Ganoven aufklären.

 Diese sogenannten Cyberangriffe – eine große Schweinerei – sind zwischenzeitlich zu einem sehr einträglichen Wirtschaftszweig geworden, den es mit aller Härte zu bekämpfen gilt. Händler sollten sich nicht schämen, über dieses Thema zu reden, sondern direkt Hilfe suchen. Ein wichtiges Thema, dass auch auf den bevorstehenden Jahreshauptversammlungen der Kücheneinkaufsverbände seinen Niederschlag finden sollte. Einerseits geht es darum, solche „Angriffe“ zu vermeiden, andererseits muss der Handel auch gegen solche Schäden, die schnell an die Existenz eines Studios gehen, abge­sichert werden. Denn im Fokus der Ganoven stehen natürlich kleinere und mittelständische Unternehmen, die dem Druck der Kriminellen wenig entgegenzusetzen haben. Hier müssen Handel und Verbände klare Kante zeigen.

Ruinös und geschäftsschädigend sind auch die Rabattaktionen, die derzeit bei den Dickschiffen des Möbelhandels gefahren werden. Dieses Gebaren mit „70 Prozent auf Alles“, „Wir ziehen die Mehrwertsteuer ab“, „Mitarbeiterrabatt + 30 Prozent“ und viele Rabattlügen mehr hat vor allem die XXXLutz-Gruppe mit ihrer Übernahmewelle ausgelöst. Das Unternehmen wächst rasant durch Zukäufe und Übernahmen. Kleinere mittelständische Möbelhäuser werden aufgekauft und in das Imperium integriert. Die Häuser werden dann in Rekordtempo auf Profit gebürstet, auf der Strecke bleiben oft die Mitarbeiter. Die Profitgier der Österreicher hat das Bundeskartellamt gezügelt und die durch Lutz von der Industrie geforderten Hochzeitsrabatte untersagt. Jüngste Übernahmen sind Müller­land in Görgeshausen und Hennef und Möbel Buhl in Neumünster. Während der mittelständische Möbelhandel durch diese Konzentration zunehmend unter Druck gerät und aufgrund seiner Sandwichposition zwischen den Dickschiffen ausstirbt, bleibt der Küchenfachhandel bislang noch verschont.

Bei dieser Konzentrationswucht und Rabattschlacht wundert es kaum, dass es der Möbelhandel laut einer GFK-Untersuchung geschafft hat, sich durch seine unsäglichen Rabatt­aktionen als die am wenigsten vertrauenswürdige Branche des Einzelhandels bei den Endverbrauchern zu positionieren. Auch hier muss der Küchenhandel klare Kante zeigen, um sich von diesen lächerlichen Rabattaktionen, aber auch von der Unglaubwürdigkeit der Basarmentalität distanzieren. Eine maßgeplante Küche hat ihren Preis und dabei muss es bleiben,

meint Ihre

Stefanie Willach

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