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Küchen-News

Verkehrte Welt: Lange Lieferzeiten –fehlende Aufträge

Die Gemengelage in der Küchenbranche ist im Moment höchst kritisch. Einerseits bleiben im Küchenhandel die Aufträge aus, andererseits kann der Handel aufgrund der hohen Lieferzeiten nicht im gewohnten Zeitrahmen liefern. Dazu kommt die Tatsache, dass viele Küchen schon mit Vorlaufzeiten von bis zu einem Jahr bestellt werden.

Diese Aufträge liegen dann zumeist in den Schubladen des Handels und werden analog zu den Lieferzeiten bei der Industrie eingelöst. Dieses System scheint momentan nicht zu funktionieren, wie wir vielfach aus dem Handel hören. Die Folge: unzufriedene Kunden aufgrund unpünktlicher Lieferungen und fehlende Geldeingänge beim Handel. Ärgernis pur. Kein Wunder, dass die Geheimwaffe gegen diese Misere Kapazitätsaufbau heißt. Allerdings frage ich mich, was geschieht, wenn die Alno-Pleite verdaut ist?

Eine Antwort haben endlich auch die Mitarbeiter des österreichischen Möbelhändlers Kika/Leiner bekommen, das Unternehmen aus dem in heftigen Turbulenzen befindlichen Steinhoff-Konzern ist von dem Tiroler Immobilienmilliardär und Karstadt-­Eigner René Benko übernommen worden. Für die Kika/Leiner-Mitarbeiter eine gute Nachricht, nicht auszudenken, wenn die ebenfalls österreichische XXXLutz-Gruppe das Unternehmen übernommen hätte. In Deutschland gehören zur Steinhoff-Gruppe auch die produzierenden Unternehmen Impuls und Pino, die ebenfalls im Verkaufsregal stehen. Drücken wir die Daumen, dass sich für beide Unternehmen ein passabler, neuer Eigentümer findet.

Die Nachfolgesuche beschäftigt momentan auch die Gründerväter des Küchenspezialhandels. Egal wohin man schaut, auf den Verbandstagungen stand das Thema Nachfolgeregelung im Vordergrund. Während die Nachfolgeregelung für das Küche&Co-Studio in Siegen quasi eine glückliche Fügung war, hadert KüchenTreff Franz Bahlmann mit der Tatsache, dass die Familie Stürmeyer ihre drei KüchenTreff-Häuser an die niederländische Mandemakers-Gruppe veräußerte. Drei Häuser, die dem Verband von der Fahne gehen, ein Umsatzvolumen von netto 14 Mio. Euro.

Kein Wunder, dass MHK-Boss Hans Strothoff da ein heißes Eisen anpackt und auf der Jahreshauptversammlung erklärte, dass MHK künftig auch exponierte Küchengeschäfte in Eigenregie übernehmen würde, bis ein geeigneter Nachfolge gefunden sei. Es erfolgte kein Aufschrei durch die Händler, eine Entwicklung, die vor Jahren noch unvorstellbar gewesen ist. Doch ganz ehrlich, die Industrie macht es vor. Sogenannte Leadshops werden durchaus von den Küchenmöbelherstellern in Eigenregie geführt.

Auch hier lautet die Devise Handel ist Wandel und die Dinge ändern sich, wichtig ist nur, dass Sie gut durch dieses kritische und in vielerlei Hinsicht so unberechenbare Jahr 2018 kommen. Hoffen wir, dass die Sommerferien kein weiteres Loch in die Kasse reißen, Ihre

Stefanie Willach

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