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Küchen-News

Nicht die Kondition, sondern die Leistung entscheidet

Unsere kleine Branchenwelt wandelt sich gerade mal wieder radikal. Die Gewichte im Vollsortimenter-Handel verschieben sich durch den Beitritt der Berliner Möbel Krieger Gruppe (KHG) zu VME Union grundlegend. Und es gelingt der Krieger-Gruppe mit der Ende August angekündigten Übernahme der Finke Einrichtungszentren mit Stammsitz in Paderborn noch mehr Marktmacht zu bündeln. Die neue Konstellation von VME, Union, KHG wirft zusammen mit dem VME-Einkaufspartner MHK eine Einkaufsmacht von weit über 10 Mrd. Außenumsatz in die Waagschale. Damit sind die bisherigen Dickschiffe XXXLutz sowie die Begros überholt. Immer weniger große Handels-Gruppierungen machen immer mehr Umsatz.

Und auch die Branchenentwicklung im laufenden Jahr ist längst nicht mehr so rosig wie in den vergangenen Jahren. Der deutsche Küchenmarkt wächst nicht, wenn auch die einzelnen Küchenmöbelhersteller durch die Insolvenz der Alno-Gruppe zulegen konnten. Die daraus resultierenden Lieferzeiten der Küchenmöbelindustrie sorgen im Handel – gleich ob bei der Großfläche oder beim Spezialisten – immer noch für Ärger und Frust. Und auch in der Hausgeräte­industrie ist bei einem Rückgang um knapp zwei Prozent bei Großgeräten die Euphorie gebremst.

Zusammen mit der durch die jüngsten Übernahmen und Beteiligungen forcierten Konzentration auch in der Küchenmöbelindustrie entsteht eine Konstellation, die ausnahmslos Sorge bereitet.

Deshalb sind die Herbstmessen als Positionsbestimmung umso wichtiger. Gerade für den Fachhandel, an dem der Wettstreit der Dickschiffe keinesfalls vorbeigeht. Der Messebesuch bietet gerade für den Küchenspezialisten die Chance, seine Position genauestens auszuloten, seine Lieferanten genauestens auszuwählen. Dabei ist heute nicht mehr der letzte Punkt in der Konditionsliste entscheidend, sondern Lieferfähigkeit, Qualität und die Dienstleistung des jeweiligen Herstellers. Nicht die x-te weiße Küche ist gefragt, sondern das richtige Vermarktungskonzept, die richtigen Argumente, die dem Spezialisten helfen, seine Marktposition zu halten oder gar auszuweiten, seine Position im Wettstreit mit den Dickschiffen zu behaupten.

Wer bietet die meiste Unterstützung, den besten Service und das sicherste Produkt, das müssen die Entscheidungskriterien für die Partnerschaft mit der Küchenindustrie sein.

Wahre Individualität ist nur das, was der Fachhandel dem Einerlei der Groß- und Massenvermarkter entgegensetzen kann. Wie schreibt mein Kollege Simon Feldmer von „inside-wohnen“ in seinem jüngsten Editorial: „Das ist nämlich die eigentliche Gefahr der flottierenden Handelskonzentration: noch mehr Einheitsbrei. Auf dem Weg zu einer Aldi- und Rewe-Möbelwelt geht noch mehr Vielfalt verloren. Nur Möbel kauft man nicht wie Milch und Toastbrot.“ Und Küchenmöbel schon gar nicht,

findet Ihre Stefanie Willach

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