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Küchen-News

Konzentration treibt die seltsamsten Blüten

In die sogenannte „stille Zeit“ gehen wir alle in diesem Jahr sehr nachdenklich. Einerseits bereitet die Expansionsgier der österreichischen XXXLutz-Gruppe große Sorgen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Lutz-Gruppe einen fetten Anteil an Roller und die komplette Möbel Pfister-Gruppe in der Schweiz einverleibt. Einerseits frage ich mich, wie die XXXLutz-Gruppe ein solches Wachstum finanziert. Da bleibt nur die Hoffnung, dass sich das „Familienunternehmen“ nicht des gleichen Schnellball-Systems wie seinerzeit Astroh oder die Zick-Gruppe bedient.

Andererseits frage ich mich, ob wir demnächst alle auf dem gleichen roten Stuhl platznehmen müssen. Für ein vielfältiges Möbelangebot spricht eine solche Konzentration freilich nicht. Allerdings für vielfältige Preise bei gleichem Angebot. Ein Bett von XXXLutz Mann Mobilia in Eschborn bei Frankfurt ist gleich 200 Euro teurer als das gleiche Bett bei XXXLutz in Freudenberg bei Siegen. Wird also mit Großstadtzuschlag verkauft. Konzentration treibt die seltsamsten Blüten.

Für Unruhe hat auch am 30. Oktober 2019 die Meldung gesorgt, dass sich Miele im 120. Jahr nach seiner Gründung komplett neu aufgestellt. Eine Neuaufstellung, deren Ankündigung aus meiner Sicht einer Menge Mut und auch eines geraden Rückens bedarf. Wer die Miele-Inhaber Dr. Markus Miele und Dr. Reinhard Zinkann kennt, weiß, dass sie jeden Arbeitsplatz, der in ihrem Unternehmen verloren geht, bedauern. Mit Einsparungen in Höhe von 190 Mio. Euro und dem Abbau jedes 20. Arbeitsplatzes weltweit will sich das Unternehmen den Herausforderungen eines höchst volatilen Marktes stellen. Das Sparprogramm haben die Miele-Chefs natürlich nicht aus dem Ärmel gezaubert, sondern bereits vor einem Jahr war mit den internen Untersuchungen begonnen worden, um Einsparpotenziale, aber auch Zukunftsperspektiven auszuloten. Dass Miele sich dazu McKinsey ins Haus geholt hatte, wurde seinerzeit schon als Vorbote zum Arbeitsplatzabbau gewertet. Es ist tatsächlich ein schwieriger Spagat, den das Familienunternehmen aus Gütersloh zu bewältigen hat. Denn all diese Maßnahmen müssen ruhig und dezent greifen, damit der Familienname, der eng verbunden ist mit „Made in Germany“ und dem Unternehmensslogan „Immer besser“, keinen Schaden nimmt. Denn der Kunde, der bereit ist, die Miele-­Preise zu bezahlen, der erwartet nicht nur ein Top-­Produkt, sondern auch die sprichwörtliche weiße Weste des Herstellers, was Produktion und Mitarbeiter angeht.

Doch es wäre falsch, jetzt nur nach Gütersloh zu schauen, alle anderen Hausgerätehersteller sind ebenfalls auf Sparkurs, rüsten sich für einen schwieriger werdenden Markt. So sprachen wir mit BSH-Vertriebschef Volker Klodwig über die Zusammenlegung der Vertriebe von Gaggenau und Neff. Alles Themen, die vor allem den Küchenspezialisten unter den Nägel brennen,

glaubt  Ihre Stefanie Willach

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