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Küchen-News

Hochkonjunktur für den Meinungs-Journalismus

Bin ich glücklich, für so eine beständige Branche zu arbeiten. Während wir uns aktuell vor allem mit den guten Unternehmenszahlen der Küchenmöbel- und Hausgeräteindustrie beschäftigen können, uns über steigende Exporte der Küchenmöbelindustrie und Hausgeräteindustrie in alle Teile der Welt freuen, geht es in Politik, Kirche und Fußball ganz anders ab. Innerhalb einer Woche verabschieden sich Knall auf Fall die CDU-Kanzlerkandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer, der Vorsitzende der Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx und Deutschlands Sommermärchen-Trainerlegende Jürgen Klinsmann von der Berliner Hertha BSC. Hochkonjunktur für den Meinungs-Journalismus.

Und damit nicht genug, nachdem wir alle am 27. Januar 2020 dem 75. Jahrestag der Befreiung von Ausschwitz gedacht haben, bringt nur paar Tage später das „Thüringer Wahlbeben“ die Republik in Wallungen. In Wallungen, weil die AfD die FDP und CDU am Nasenring durch den Landtag geführt hat. Gut, dass ich, anders als meine Kollegen von der Politikberichterstattung, hier keine Stellung beziehen muss. Sie wäre vernichtend für alle die, die mit den Verharmlosern oder gar Leugnern des Holocausts gemeinsame Sache machen.

Doch zurück zur Küchenbranche. Da haben mich in den letzten Tagen wirklich zwei Pleiten mit unterschiedlichem Ausmaß zum Nachdenken gebracht. Ich habe mich, muss ich tatsächlich eingestehen, in Dr. Christian Hilz, dem Miteigentümer und Geschäftsführer von Zekyo, getäuscht. Ihm hatte ich tatsächlich zugetraut, dass er das Ruder bei Zeyko rumreißt und das Unternehmen ans Laufen bekommt. Jetzt schaut es so aus, als ob er mit Pauken und Trompeten gescheitert wäre. In Mönchsweiler läuft die Aus-Produktion. Schade um die schönen Küchen aus dem Schwarzwald und sehr schade um die Mitarbeiter und Handelspartner, die Zeyko bis zuletzt die Treue gehalten haben. Dr. Hilz scheint sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen, seine Jobs als Geschäftsführer bei Trend Store (ebenfalls in der Insolvenz) und BES Brunold hat er jedenfalls schon aufgegeben, ist quasi von seinen Ämtern zurückgetreten.

Ebenfalls getäuscht habe ich mich in dem Insolvenzverwalter Prof. Dr. Hörmann, der für die Gläubiger der alten Alno AG unterwegs ist. Prof. Dr. Hörmann hat ernst gemacht und die Lieferanten der früheren Alno in die Pflicht genommen, was zuerst nach „dicken Backen“ aussah, ist nun Realität geworden. So hat sich beispielsweise der US-amerikanische Konzern Whirlpool mit Prof. Hörmann verglichen und mit über 50 Mio. Euro zumindest einen beachtlichen Anteil der Forderungen in Höhe von 174,5 Mio. Euro gezahlt. Zu den Verhandlungen mit den übrigen Lieferanten wollte sich Hörmann freilich nicht äußern., schließlich fordere ein Insolvenzverfahren „Nichtöffentlichkeit und Vertraulichkeit“. Aber wir werden weiter über Alno alt reden müssen, denn die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt ja immer noch gegen ehemalige Vorstände der alten Alno AG. Sie sehen, auch die Küchenbranche bietet genug spannende und kommentierbare Themen, in diesem Sinne wünsche ich Ihnen spannende Lektüre,

Ihre Stefanie Willach

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