(c) Interieur Verlag

Küchen-News

Online ist Pflicht – Messe ist Kür

Der November wird uns alle auf den Prüfstand stellen. Der sogenannte „Lockdown-Light“ betrifft zwar den Küchen- und Möbelfachhandel zunächst nicht, zeigt aber, dass das gesellschaftliche Leben zurückgefahren werden muss. Die Infektionszahlen steigen und wir alles leben entweder in Riskiogebieten oder sind von solchen umgeben. Wie sich dieses erneute Innehalten auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird, wagt noch niemand abzusehen.

Wie dramatisch die Lage in vielen Bereichen ist, wird beispielsweise auch daran deutlich, dass die Kölnmesse ihre Eigentümer um eine Kapitalspritze von 120 Mio. Euro bittet, um weiter investieren zu können. Eigentlich wollten die Messemacher mit der artcologne im November den Restart wagen. Doch auch hier machte das Virus wieder einen Strich durch die Rechnung. Die LivingKitchen 2021 ist bereits verschoben, die geplante imm cologne Special Edition steht in den Sternen. Jetzt wird die Möbelmesse als imm@home von Köln aus ins weltweite Netz getragen. Zumindest eine Alternative in diesen schwierigen Zeiten, in denen in China schon wieder Messen mit 100.000 Besuchern stattfinden dürfen. Wir alle wissen nicht, wie es im Januar 2021 in Deutschland und der Welt aussieht. Schon wie die Messewelt in drei Monaten aussieht, wagt niemand seriös vorauszusagen, ganz zu schweigen von längeren Zeiträumen. Wir können davon ausgehen, dass das Virus die Messebranche grundlegend verändert. Da sind Alternativkonzepte wie imm@home, das wir ab Seite 44 vorstellen, überlebensnotwendig.

Das diese Alternativen funktionieren können, hat der kuechenherbst.online, über den wir in dieser Ausgabe genauso ausführlich berichten wie über die Küchenmeile A30, gezeigt. Klar war nicht alles perfekt und die Branchenunternehmen haben die Herausforderungen auch höchst unterschiedlich umgesetzt, aber wer sich über Neuheiten informieren wollte, für den war die Internetmesse Pflicht.

Die Kür war jedoch die Küchenmeile A30, die ich nach der komplett veranstaltungslosen Zeit seit März von Herzen genossen habe. Die Stimmung war gut, die Neuheiten blieben im Rahmen, sorgen aber dafür, dass der Handel 2021 wieder durchstarten kann. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die natürlich nur rund ein Drittel der Vorjahresbesucher hatte. Dies gab aber Zeit für Gespräche, den persönlichen Austausch, das soziale Miteinander, was wir auf Messen neben Neuheiten, Konditionen und sonstigen geschäftlichen Features suchen. Das Schöne an der Küchenbranche ist und bleibt der familiäre Charakter, und deshalb hoffe ich, dass wir bald wieder zusammen in Ostwestfalen, Köln und Mailand unterwegs sein können. Denn nur Messen machen Märkte.

Mit einem spannenden Thema hat sich in dieser Ausgabe unsere Autorin Charlotte Trepel beschäftigt. Sie stellt Ihnen in dieser und in der nächsten Ausgabe die Frauen vor, die es an die Spitze der Branchen­unternehmen geschafft haben. Alles Frauen, die vor allem durch ihren beruflichen Erfolg, aber auch durch ihre Persönlichkeit überzeugen. Haben Sie viel Spaß beim Lesen,

Ihre Stefanie Willach

Schreiben Sie mir Ihre Meinung: willach@interieur-verlag.de




Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare hinterlegt.



×