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Küchen-News

Unberechenbare Zeiten

ganz ehrlich, ich bin froh, wenn dieses Jahr 2020 zu Ende ist. Es wird ohne Zweifel als Annus horribilis in die Geschichtsbücher eingehen. Wie viel Leid, wie viele Sorgen hat dieser schreckliche Virus in die Welt gebracht. Und wie es wei-tergeht, ist jetzt noch nicht absehbar. Da ist es umso schöner, dass er unserer Branche, zumindest der Küchenindustrie und dem Küchenhandel, nicht den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

Wie sorgenvoll muss man dagegen in Richtung Gastronomie, Event- und Messebranche, Reisebranche und Modebranche blicken, die alle mit unvorstellbaren Existenzängsten und Nöten zu kämpfen haben. Ich bin überzeugt, auch dass Jahr 2021 wird ein schwieriges, unberechenbares Jahr für uns alle werden. Während ich diese Zeilen schreibe, schwebt das Damoklesschwert „kompletter Lockdown“ über ganz Deutschland, die Zahlen der Corona-Toten und Corona-Infizierten steigen immer weiter, die Stimmung droht vor Weihnachten zu kippen.

Und auch hier ist unsere Branche noch relativ gelassen, ja, kann tatsächlich gelassen bleiben. Was der Großfläche und den Filialisten die Sorgenfalten ins Gesicht treibt, lässt die Küchenspezialisten eher kalt, denn sie haben schon beim ersten Lockdown bewiesen, dass sie auch mit einer solchen Situation umgehen können. Und vielfach hören wir, dass die Zeit genutzt werden soll, um in aller Ruhe die Aufträge abzuarbeiten, die derzeit schon im Köcher sind. Es gibt Händler, die berichten von übervollen Auftragsbüchern. Torsten Goldbecker, Geschäftsführer von Garant, drückte es so aus: „Im diesen Jahr ging es eher um Bedarfsdeckung als um Bedarfsweckung.“ Und Jens Hölper führte während einer Videopressekonferenz aus, dass es bei Küchen Areal durchaus Spezialisten gebe, deren Auftragsbücher bis zum Mai 2021 bestens gefüllt seien. Und das höre ich eigentlich aus allen Verbänden, die Auftragslage gilt bis zum Sommer 2021 als wirklich gut. Danach kann es ehrlicher Weise dann nicht noch stärker nach oben gehen, denn das 2. Halbjahr 2021 müssen wir mit dem unglaublich starken Halbjahr 2020 vergleichen.

Offen ist natürlich auch, ab wann der Impfstoff zur Verfügung steht und ob die Deutschen dann direkt wieder ihrem liebsten Hobby, der Reise nach Nah und Fern, frönen werden. Doch das ist nach meiner Einschätzung noch Zukunftsmusik. Zunächst bleibt die Fokussierung auf das eigenen Heim, neudeutsch auch Cocooning genannt.

In der Jahresend-Ausgabe von KÜCHENhandel kommen nun viele Branchenmanagerinnen und Branchenmanager zu Wort, die wir um eine Einschätzung der momentanen Situation gebeten haben, um in Zeiten, in denen wir uns nicht treffen können, zumindest zu erfahren, wie die Unternehmen derzeit ticken. Und natürlich haben wir auch bei Ihnen im Fachhandel nach Ihren Sorgen und Nöten gefragt. So ist eine Bestandsaufnahme entstanden, die zeigt, dass das Problem der Stunde im Handel Lieferzeiten und Lieferprobleme vor allem der Hausgeräteindustrie sind.

Traurig stimmt mich persönlich der Abschiedsbrief von Dr. Oliver Streit, den wir exklusiv auf der letzten Seite dieser Ausgabe veröffentlichen. Mit Oliver Streit verlässt ein toller Mensch, klasse Manager, ja und auch guter Freund Nobilia und die Branche, wir alle Wünschen ihm eine gute Zeit.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich von Herzen, dass Sie Ihr persönliches Weihnachtsfest genießen können, dass Ihnen die Ruhe gut tut. Ich denke, es schadet niemandem, wenn wir jetzt alle einmal einen Gang zurückschalten und uns für ein unberechenbares und vor allem herausforderndes Jahr 2021 rüsten. Bleiben Sie gesund und kommen Sie wohlbehalten ins Neue Jahr 2021,

Ihre Stefanie Willach

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