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Küchen-News

Küchenspezialisten halten die Fahne hoch

Der Lockdown zerrt an den Nerven. Seit Erscheinen der letzten KÜCHENhan-del-Ausgabe Mitte Dezember befinden wir uns alle in einer Art Winterstarre. Die Spitzenverbände der Branche wie die Fachgruppe Möbel im Mittelstands-verbund ZGV, der HDE, BVDM und VDM haben sich mit eindringlichen Schrei-ben an die Bundeskanzlerin und das Bundeskanzleramt gewandt und für eine Öffnung des Einzelhandels geworben. Vorgestellt wurden Konzepte, die eine Öffnung des Küchenfach- und Möbelhandels unter großen Sicherheits- und Hy-gienevorkehrungen erlauben. Dazu haben auch die Verbandschefs von Der Kreis, EK Servicegroup eindringliche Briefe nach Berlin geschrieben.

Warum ich Ihnen das längst Bekannte erzähle? Weil die Resonanz auf diese Bemühungen vernichtend ist. Alle, die geschrieben haben, haben eine Absage mit den vergleichbaren Textbausteinen erhalten, wie mir ein Verbandschef erklärte. Das löst Frust aus, denn die Konzepte würden dafür sorgen, dass ein Einkauf im Küchenstudio sicherer ist als der Besuch eines Supermarktes, Gartenfachmarktes oder auch der Metzgertheke.

Noch kann die Küchenbranche wahrlich nicht jammern, die Verwerfungen im vergangenen Jahr wurden von den meisten Unternehmen der Küchenindustrie mit Bravour gemeistert. Auch im Küchenfachhandel zeichnen sich erstaunliche Umsatzzuwächse für das Jahr 2020 ab. Zunächst war das ein oder andere Handelsunternehmen sogar froh, dass es Aufträge in Ruhe abarbeiten konnte, doch das Blatt hat sich gewendet. Oftmals hören wir jetzt aus dem Handel, dass die Lieferschwierigkeiten der Hausgeräteindustrie noch längst nicht behoben sind. Auch in der Küchenmöbelindustrie mehren sich die Probleme durch verzögerte Lieferungen von Spanplatten und Beschlägen. Wobei im Beschlagsbereich der Brand im Berliner Hettich-Galvanikwerk Sorgen bereitet, schließlich gehört Hettich zu den Top-Lieferanten der Küchenmöbelindustrie.

Ein Ausblick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten fällt aufgrund der Unwägbarkeiten der Pandemie unendlich schwer. Vieles wird vom Zeitpunkt der Wiedereröffnung des Möbel- und Küchenhandels abhängen. Vieles wird aber auch davon abhängen, wie die Menschen durch die Pandemie kommen, ob nach langer Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit das Geld für Investitionen fehlt. Oder ob nach dem langen Lockdown erstmals wieder stärker in Reisen investiert wird. Eine erfolgreiche Impfstrategie als nächster Schritt nach einer sich hoffentlich noch erweiternden Teststrategie wird letztlich der zentrale Schlüssel für eine Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens sein. Trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass wir alle in der Pandemie gelernt haben, das eigene Heim, die eigene Küche noch stärker wertzuschätzen, eine Wertschätzung, die sich hoffentlich auch in Zahlen ausdrücken wird.

Während ich diese Zeilen schreibe, erreichen mich die nobilia-Zahlen. Erstmals in der Unternehmensgeschichte haben die Verler in 2020 den Küchenfachhandel mit einem Anteil von 47 Prozent als stärksten Vertriebsweg ausgewiesen. Kein Wunder, denn die Küchenfachhändler haben während des Lockdowns die Füße nicht stillgehalten, sondern haben online, via Hausbesuch oder gar als Aktentaschenhändler die Verkaufsfahnen für die Industrie hochgehalten. Dafür gebührt Ihnen allen der Dank der gesamten Branche,

meint Ihre Stefanie Willach

Schreiben Sie mir Ihre Meinung: willach@interieur-verlag.de

 




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