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Küchen-News

Die Stimmung kippt mit der Bundes-Notbremse

Die Küchenbranche „tickt grün“, so könnte man das aktuelle Ergebnis einer AMK-Mitgliederumfrage zum Thema Nachhal-tigkeit, Klima- und Umweltschutz bezeichnen. Die Ergebnisse der Studie, die im Übrigen auf Anregung unseres Verlages durchgeführt wurde, zeigt aber auch, dass bei allem Engagement natürlich immer noch reichlich Luft nach oben ist. Dies sieht auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) so, die wieder einmal lautstark und öffentlichkeitswirksam die Entsorgungs-standards bei Kühlgeräten anklagt

Die Hausgeräteindustrie wehrt sich in ihren Statements gegen die Vorwürfe der DUH, ist aber nicht bereit, auf den von der DUH vorgeschlagenen Zertifizierungspartner einzugehen. Deshalb ist mit einer schnellen Einigung nicht zu rechnen und die DUH wird weiter behaupten, dass die Kühlgerätehersteller den Klimawandel anheizen.

Anheizen möchte ich nicht die Diskussionen rund um die Pleite von Exklusiv Hauben Gutmann, aber was uns in den vergangenen Wochen an Statements in der Redaktion erreichte, war schon erschreckend. Die Mitarbeiter haben seit Monaten kein Geld bekommen, sind hingehalten, oder „belogen und betrogen“ worden, wie uns eine Angestellte versicherte. Das Amtsgericht Pforzheim hatte die Planinsolvenz abgelehnt, weil es von „einer Überforderung der aktuelle Geschäftsleitung“ ausging. Die Arbeitsagentur lehnte eine Zahlung des Insolvenzgeldes ab, da sie davon ausgeht, dass die erste Insolvenz von 2018 noch nicht überwunden sei. Manuel Fernandez hat bei Exklusiv Hauben Gutmann einen Trümmerhaufen hinterlassen, der Geschäftsbetrieb wird eingestellt. Neben den Vorwürfen gegen Manuel Fernandez hat der Niedergang von Gutmann aber noch einen weiteren Hintergrund. Das Unternehmen hat ganz einfach die Entwicklung des Muldenlüfters verschlafen. Vor allem Bora und Berbel haben dem früheren Marktführer in Sachen Design und Funktion den Rang ganz einfach abgelaufen – mit innovativen Techniken, zuverlässigem Service, innovativem Marketing und einem funktionierenden Kundendienst.

Eine Sorge beschäftigt uns derzeit jedoch alle. Mit jedem Tag, den der Lockdown oder neuerdings die Bundesnotbremse andauert, verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland. In gut einem Jahr ist es nicht gelungen, wirksame Konzepte gegen die Corona-Pandemie zu entwickeln. Jetzt soll das neue Infektionsschutzgesetz dazu beitragen, die dritte Corona-Welle zu brechen. Öffnungsszenarien liegen bis Ende Juni auf Eis. Der Lockdown scheint bislang für den Küchenfachhandel gut zu verkraften. Die Einkaufsverbände melden für 2020 und das 1. Quartal 2021 Umsatzrekorde. Aber die Lieferschwierigkeiten der Küchenindustrie – vorwiegend bei Hausgeräten, Spülen und Zubehörteilen – sorgen mittlerweile für Unmut im Handel und nagen an den Erträgen. Dazu kommen anstehende Preiserhöhungen, da die Kosten für Rohmaterialien und Logistik gerade durch die Decke gehen. Wir befinden uns weiter in einer schwierigen und unberechenbaren Situation, deren Ende noch nicht absehbar ist. Die positive Stimmung kippt auch im Küchenhandel merklich.

Bleiben Sie trotz der Schreckensszenarien gesund und munter,

Ihre Stefanie Willach

Schreiben Sie mir Ihre Meinung: willach@interieur-verlag.de




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