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Küchen-News

Konkurrenz belebt das Geschäft

Eines ist gewiss: Für eine Überraschung und reichlich Gesprächsstoff in der Branche wird der Spezialist für Lüftungstechnik/Luftreinigung mit dem Launch seines neuen „Küchenuniversalgenies BORA X BO“ ganz sicher sorgen. Dies merke ich nicht zuletzt daran, dass ich erstmals in meiner 30-jährigen Berufsgeschichte einem Einbaugerät den Leitartikel im KÜCHENhandel widme.

Doch die Erweiterung des Bora-Produktportfolios um „den perfekten neuen  Dampfbackofen“ war alles andere als zu erwarten. Clever ist auch die Entwicklungsreise. Man lasse sich von den Topprodukten und innovativen Features der wichtigsten Player im Markt (Gaggenau, Bosch, Siemens, Miele, V-Zug, Vestel/Sharp) inspirieren, entwickle und optimiere einiges weiter (z. B. die Reinigungskartuschen von Gaggenau, Dampfbacköfen mit hochklappbarer Bedienblende von Bosch und Siemens, eine vor Jahren wandhängende Backofen-Variante von Siemens, Sharp Backofen mit Air Curtain), reichere das Ganze mit eigenen interessanten Innovationen an und fertig ist der 6.000-Euro-Luxus-Flexbackofen. Sein elegantes Premium-Design ist für mich das schönste im Markt. Die einfache und übersichtliche Navigation auf dem großen 19"-Vollgrafik-Touchdisplay setzt einen neuen Benchmark. Einzigartig ist die neue automatische Dampfabsaugung für freie Sicht beim Öffnen der Tür statt entgegenschlagender heißer Dampfschwaden. Für reine Luft sorgt ein hinter dem hochklappbaren Touchdisplay integrierter Aktivkohlefilter mit Ionentauscherschicht und Partikelfilter. Die LED-Multilevel-Beleuchtung macht Appetit auf das Gargut, da sie einen realistischen, naturgetreuen Farbeindruck vermittelt. Der BORA X BO punktet außerdem mit schnellem Aufheizen, einem Vierpunktspeisenthermometer zur exakten Garpunktbestimmung und gekoppelter Abschaltautomatik. Und einer Multischublade (mit Glasheizboden) in zwei Größen, mit oder ohne Ebenen-Rost. Sie kann mit dem neuen Dampfbackofen gekoppelt und dann auch von dessen Touchdisplay aus gesteuert werden. Alles Top-Eigenschaften, die dem Handel ein besonderes Gerät und einen besonderen Dialog mit dem Kunden ermöglichen. Und doch muss sich Bora bei allem Lob Kritik gefallen lassen. Im Betrieb ist der X BO lauter als gängige Öfen und leider spart er – trotz niedrigerer Gartemperaturen – keine Energie ein. Denn die wird durch die leistungsstarke Heizung und Lüftung verbraucht. Angestrebt wird jedoch eine A-Klassifizierung. Manchem wird gegebenenfalls  auch der Garraum zu klein sein, der mit 51 Liter Fassungsvermögen weniger Platz als die gängigen Öfen bietet. Der benötigte Festwasseranschluss ist ebenfalls nicht in allen Küchen möglich. Aber X BO ist schließlich kein Gerät für den breiten Markt, sondern ein Gerät für diejenigen, die die Features und das Design zu schätzen wissen und es sich letztlich auch leisten können.

Die Branche, die momentan unter argen Lieferproblemen leidet, wie die beiden Interviews in dieser Ausgabe eindrücklich beweisen, wird jedenfalls von der Neuentwicklung profitieren. Anregung ist immer gut und Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe und gute Geschäfte auch über die beiden Sommermonate Juli und August.

Stefanie Willach

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