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Küchen-News

„Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“

Lieferzeiten, Lieferprobleme, Lieferausfälle. Kein Thema beschäftigt die Branche momentan mehr. Besonders Haus-geräte und da im besonderen Geschirrspüler sind von der Misere betroffen. Die Nachfrage ist riesig, die Probleme sind es auch. Wir wollten von der Hausgeräteindustrie wissen, welche Gerätebauarten oder Serien besser verfügbar sind. Ein wirklich heikles Thema und uns wurde sehr schnell überdeutlich, dass sich die Hausgeräteindustrie nur sehr ungerne in die Karten schauen lässt. Trotzdem ist es uns gelungen, dem einen oder anderen Unternehmen einen Liefertermin abzuringen. Die Experten gehen allerdings davon aus, dass uns die Problematik noch weit bis ins 2. Halbjahr 2022 begleiten wird.

Auch auf den Hausmessen wurde viel über Lieferzeiten diskutiert. Schließlich bestätigten einige Küchenmöbelhersteller schon Mitte September für Januar 2022. Insgesamt war die Nachfrage bis einschließlich Juni auf einem hohen Niveau. Doch schon im Juli und August zeichnete sich ein Nachfragerückgang vor allem auf dem deutschen Markt ab. Der VdDK meldet für August einen Rückgang des Inlandsumsatzes um beinahe 10 Prozent. Auch der September ist für viele Händler nicht vielversprechend verlaufen. Bei den Zahlen ist allerdings Vorsicht geboten, da wir gegen ein unglaublich starkes 2. Halbjahr 2020 bilanzieren.

Nach einer IFO-Umfrage in der Möbelindustrie sind beschichtete Platten ebenso wie Stahl ein weiterhin knappes Gut. Dazu fehlen Verpackungen, ja, auch wir als Verlag spüren die Probleme und mussten für unsere Fachzeitschrift KÜCHENhandel den Druck auf eine andere Papiersorte umstellen.

Und natürlich kämpft auch die Küchenmöbelindustrie mit enormen Preiserhöhungen, die sie nicht komplett weitergeben kann. Stefan Waldenmaier, Vorstand des VdDK, ging bei einem Pressegespräch während der Küchenmeile sogar so weit zu formulieren, dass dies zu strukturellen Problemen führen könnte, „d. h. finanziell gut aufgestellte Unternehmen können die enormen Preiserhöhungen besser abfedern“. Einzelne Unternehmen planen nach seinen Informationen derzeit Lagerflächen, um mehr Puffer zu haben. Allerdings seien Lagerflächen schwer zu bekommen, da sich die Städte und Gemeinden gegen solch „nutzlosen Flächenverbrauch“ wehren würden.

Nun wird es spannend, wie sich die ständig steigende Inflationsrate und der Nullzins auf die Ausgabebereitschaft der Bürger respektive Sparer auswirken wird. So rechnet die Bundesbank für November mit mehr als 5 Prozent Inflation. Besonders schmerzlich sind die Preiserhöhungen bei Benzin und Heizöl. Und trotzdem kommt eine aktuelle Studie der GfK zu dem Schluss, dass sich die Angst vor Inflation positiv auf das Konsumverhalten der Deutschen auswirkt. Die Befragten in der Studie geben demnach mehr Geld aus, weil sie Angst vor steigenden Preisen haben. Rolf Bürkl, Konsumexperte der GfK, sieht das Konsumverhalten als Indikator dafür, dass „die Verbraucher zuversichtlich bleiben, was die Erholung der deutschen Wirtschaft anbelangt“.

Da bleibt mir doch nur zu wünschen, dass es genau diese Zuversicht ist, die die Branche durch den ebenfalls prognostizierten kalten Winter in das Jahr 2022 trägt. Allerdings gilt das geflügelte Wort von Mark Twain: „Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“

Ihre Stefanie Willach

Schreiben Sie uns Ihren Mweinung: willach@interieur-verlag.de




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