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Küchen-News

Alles im Wandel

Ausgehend von den schrecklichen Entwicklungen in der Ukraine und den Auswir-kungen der Corona-Pandemie türmen sich eine Reihe von Problemen für Industrie und Handel auf, über die wir bereits hinreichend berichtet haben. Die Lieferschwie-rigkeiten vor allem der Hausgeräteindustrie halten unverändert an. In einer erneu-ten Preisrunde wurden die Preise für Küchenmöbel- und Geräte sowie Zubehör im Schnitt zwischen 6 und 9 Prozent angehoben. Obschon die meisten Küchen- und auch Hausgerätehersteller schöne Umsatzzuwächse eingefahren haben, da sie in der Pandemie vom „Cocooning“-¬Trend profitiert haben, ist von einer euphorischen Stimmung nichts mehr zu spüren. Die Erträge konnten bei den Unternehmen mit den Umsatzsteigerungen nicht standhalten.

Die Menschen haben in den vergangenen zwei Jahren kräftig ins eigene Heim, Küche und Garten investiert, statt ihr Geld für Reisen und andere Freizeitaktivitäten auszugeben. Deshalb lautet die Fragestellung nun natürlich: Wird das in diesem Jahr so bleiben? Die Reiseveranstalter und Flughafengesellschaften melden wieder steigende Nachfrage, Sportgeräte wie E-Bikes sind heiß begehrt. Alles Konkurrenz für die Küche. Noch stärker dürften sich allerdings die horrenden Preissteigerungen bei Öl und Gas sowie eine mögliche Knappheit auswirken. Denn viele Bürger müssen ihr Heizungssystem überdenken. Die Hersteller von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen spüren derzeit einen Nachfrageboom, den sie kaum oder sogar nicht bedienen können. Für viel Aufregung hat die Aussage von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gesorgt, die Bürger sollten statt in Küchen lieber in Wärmepumpen investieren.

Im Handel laufen die Geschäfte derzeit noch ordentlich, die Auftragsbücher der Industrie sind ebenfalls noch gut gefüllt, trotzdem bleibt ein ungutes und unsicheres Gefühl, was die Zukunft angeht. Wir erleben alles sonst so Beständige im Wandel. Dennoch wird das Bedürfnis nach einem schönen Rückzugsort bleiben; nach einem ruhigen, vor allem gemütlichen Zuhause, das das Bedürfnis nach Sicherheit befriedigt.

Neben diesen tagesaktuellen Themen beschäftigt die Branche auch das Thema Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund des offensichtlichen Klimawandels sehr intensiv. Nahezu alle Hersteller gehen hier in Vorleistung und versuchen ihre Produkte in Sachen Nachhaltigkeit zu optimieren, ihre Produktion und Logistik nachhaltig auszurichten. Doch für den Küchenfachhandel ist das Thema Nachhaltigkeit in den seltensten Fällen aktuell, wie eine exklusive Umfrage der KÜCHENhandel-Redaktion ergab. Nachhaltigkeit kommt im Kundengespräch nur vor, wenn es um Energieeffizienz geht. Dies liegt wohl einerseits an der immer noch hohen Nachfrage, andererseits glaube ich aber, dass man Nachhaltigkeit bei einer Küche „Made in Germany“ voraussetzt. Anders als dies beispielsweise bei Bekleidung ist, bei der die Kunden mehr und mehr Wert auf nachhaltige Kleidung legen oder sogar gebrauchte Kleidung nachfragen. Die Altersgruppe der Millennials (25 bis 39 Jahre) fragt gebrauchte Kleidung überdurchschnittlich nach – eine Zielgruppe, für die künftig auch reparierte Markengeräte interessant sein wird. Denn gleich, ob Mode oder Möbel, gefragt für den Kauf aus zweiter Hand sind vor allem Marken mit einem hohen Anschaffungspreis.

Die BSH testet mit ihrer Hauptmarke Bosch in Österreich die Wiederaufbereitung von Waschmaschinen. Wer eine Refurbished Waschmaschine von Bosch kauft, erhält ein aufbereitetes Gerät mit zwei Jahren Garantie. Ein spannendes und zukunftsweisendes Geschäftsmodell, findet

Ihre Stefanie Willach

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