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Küchen-News

Die Zukunft beginnt nicht morgen

Es gibt Ausgaben von KÜCHENhandel, die entstehen fast von selbst. Und dann gibt es Ausgaben wie diese. Je intensiver wir an den Beiträgen gearbeitet haben, desto deutlicher wurde ein roter Faden, der sich durch nahezu alle Gespräche zog. Ob Hersteller, Verbundgruppe, Softwareanbieter oder Küchenfachhandel – alle beschäftigen sich mit denselben Fragen. Wer findet künftig noch qualifizierte Mitarbeiter? Welche Rolle wird künstliche Intelligenz in Planung und Beratung spielen? Wie verändern sich Wohnformen? Und vor allem: Was erwartet der Kunde künftig von seinem Küchenstudio?

Interessant ist dabei, dass die Antworten erstaunlich selten beim Produkt beginnen. Natürlich bleibt die Küche das Herzstück unseres Wohnens. Sie ist längst mehr als ein funktionaler Arbeitsraum. Sie ist Treffpunkt, Kommunikationszentrum und Ausdruck individueller Lebensqualität. Doch die eigentliche Veränderung findet an anderer Stelle statt. Sie betrifft Prozesse. Sie betrifft Dienstleistungen. Sie betrifft Partnerschaften. 

Vor allem aber betrifft sie die Menschen, die jeden Tag Küchen planen, verkaufen und montieren. Für unsere Titelgeschichte dieser Ausgabe habe ich mehrere Stunden mit Dr. Lars Bopf, Bernd Weisser und Matthias Keudel von Nobilia gesprochen. 

Erfolgreich wird künftig nur sein, wer bereit ist, Veränderungen anzunehmen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Dabei beschäftigt mich noch ein weiterer Gedanke. 

Wer unsere Branche über viele Jahre begleiten durfte, lernt vor allem eines: Stillstand hat es im Küchenhandel eigentlich nie gegeben. Jede Generation hat neue Ideen eingebracht, bestehende Konzepte weiterentwickelt und den Mut gehabt, vertraute Wege zu verlassen. Genau das hat unsere Branche stark gemacht. Deshalb sollten wir auch heute den Mut haben, den Staffelstab weiterzureichen. 

Wir brauchen die Erfahrung der Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Häuser aufgebaut, Krisen gemeistert und den Küchenfachhandel zu dem gemacht haben, was er heute ist. Genauso brauchen wir aber die Ideen der jungen Generation – der Existenzgründer, der Unternehmensnachfolger und der jungen Führungskräfte, die mit einem anderen Blick auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Kommunikation und Kundenbeziehungen in unsere Branche kommen. Neue Ideen entstehen selten, wenn wir nur das Bewährte verwalten. Sie entstehen dort, wo Erfahrung und frische Perspektiven aufeinandertreffen. 

Vielleicht besteht unsere wichtigste Aufgabe heute nicht nur darin, über die Zukunft des Küchenhandels zu berichten, sondern dabei zu helfen, dass eine neue Generation Lust bekommt, diese Zukunft mitzugestalten. Wir müssen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern zuhören, ihnen Verantwortung übertragen und ihnen den Raum geben, ihre eigenen Ideen zu entwickeln. Denn nur so bleibt unsere Branche lebendig und innovativ. 

Die Küche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu erfunden.Warum sollte unsere Branche nicht auch den nächsten Wandel erfolgreich gestalten? Ich bin überzeugt: Der Küchenfachhandel verfügt über enormes Potenzial. Er lebt von persönlicher Beratung, von Kreativität, von Vertrauen und von der Fähigkeit, individuelle Wohnträume Wirklichkeit werden zu lassen. 

Deshalb verstehe ich diese Ausgabe nicht als Bestandsaufnahme. Sondern als Einladung, den Blick nach vorn zu richten. Denn der Küchenhandel 2030 beginnt nicht morgen. Er beginnt mit den Entscheidungen, die wir heute treffen. Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre.

Ihre Stefanie Willach

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