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Küchen-News

Küchenhandel umschifft die Krise

Zufriedenheit hat eine enge Verwandte: die Dankbarkeit. Und genau dieses Gefühl der Dankbarkeit überkommt mich, wenn ich an die aktuelle Ausgabe unserer Zeitschrift KÜCHENhandel denke. Wir haben zusammen mit unserem Namensgeber, dem Küchenhandel, die letzten Monate gut, aber vor allem gesund überstanden. Mit einem unglaublichen Mut ist der Küchenfachhandel zu Werke gegangen und hat bewiesen, welches Stehvermögen er in der Krise an den Tag legen kann.

Der Fachhandel hat die Zeit des Shut-downs seit dem 18. März genutzt, um sich neu in Position zubringen und so die schlimmste Krise der Gegenwart elegant umschifft. Zunächst wurden alle bestehenden Aufträge abgearbeitet, Büros und Lager aufgeräumt, die Ausstellung auf Hochglanz gebracht und zwischendrin via Zoom noch Küchen verkauft. Das spiegelten mir die vielen Gespräche mit unseren Lesern. Am 20. April durfte dann der Fachhandel nach genau einem Monat wieder öffnen. Die Ergebnisse der Fleißarbeit des Küchenhandels sind jetzt schon sichtbar. Die Küchenmöbelindustrie meldet für den Mai wirklich gute Auftragseingänge aus dem Inland, aus der Hausgeräteindustrie erfuhren wir, dass zweistellige Zuwächse im Einbaugeschäft keine Seltenheit sind. Mit anderen Worten: Die Küchenbranche im engeren Sinn hat die Krise bis hierhin gut gemeistert. Ausfälle gab es in der Küchenmöbelindustrie bei Poggenpohl und Brigitte Küchen, die beide aus höchst unterschiedlichen Gründen Antrag auf Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens stellen mussten. Bei beiden Unternehmen sah es allerdings auch vor Corona nicht allzu rosig aus.

Für Missmut sorgte bei dem einen oder anderen die Messeabsage von area30, House4Kitchen und KCL, aber die Hausmessen der Küchenmöbelindustrie bleiben bei den meisten Herstellern geöffnet, so dass jeder für sich entscheiden kann, ob er im Herbst nach Ostwestfalen reist oder im heimischen Küchenstudio bleibt. Gezwungen zu öffnen und zu reisen wird niemand. Und das ist auch gut so.

Doch wie geht es weiter? Mit dem Abbau der staatlichen Restriktionen erholt sich das ökonomische und soziale Leben in Deutschland wieder schnell. Optimisten rechnen damit, dass die Wirtschaft in Deutschland noch im Sommer zu wachsen beginnt. Dann würden die Aktienkurse wieder steigen, weil die Anleger üblicherweise auf eine Erholung der Konjunktur wetten. Wenn es so kommen sollte, ist das zunächst einmal ein Erfolg der Bürger, die sich ohne zu zögern an die Corona-Maßnahmen gehalten haben, und ein Erfolg der Regierungspolitik, die dafür gesorgt hat, dass der Markt nicht zusammenbricht und schnell wieder auf die Füße kommt. Damit sich der bevorstehende Aufschwung aber selbst tragen kann, brauchen wir unbedingt den Export. Wir sind darauf angewiesen, dass die deutschen Exportmärkte ebenfalls wieder in die Spur kommen. Dafür benötigen wir spätestens ab 2021 wieder Messen. Da ist es doch geradezu ein Zeichen, dass die erste internationale Küchenmesse 2021 in Deutschland, ja, in Köln stattfindet. Das muss ein Signal sein, für die Branche, für die LivingKitchen, für den Markt und unsere ausländischen Partner,

glaubt Ihre Stefanie Willach

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